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Weil ihr das Handy nicht weglegen könnt: Darum nerven alle Netflix-Filme und -Serien mit unnötiger Regel
Photo #9303 23 Januar 2026, 12:15
(Bildquelle: Warrick Page / Netflix)

In einem Interview sprach Matt Damon über die geradezu unglaublichen Vorgaben von Netflix für Filmproduktionen, um das typische Publikum bei der Stange zu halten.

Für einen Filmfan ist es undenkbar, während einer Filmvorführung im Kino ständig auf das Display des Smartphones zu blicken, um zu chatten oder zu surfen – oder gar TikTok-Videos anzuschauen. Selbst im heimischen Wohnzimmer will ein Film oder eine Serie – wenn man nicht gerade Comfort Binging betreibt – mit voller Aufmerksamkeit geschaut werden, um nichts zu verpassen.

Doch offenbar ist das nicht mehr länger das gängige Prozedere bei allen. Vor allem im Streaming werden Produktionen oftmals nur noch „Inhalte“ genannt, die in dermaßen schneller Abfolge produziert und bereitgestellt werden, dass man vieles davon quasi nur dann mitnehmen kann, wenn man nebenbei streamt.

Entsprechend hat sich auch die Art und Weise verändert, wie Filme und Serien strukturiert und produziert werden. Netflix ist ganz besonders fleißig dabei, die Eigenproduktionen den Sehgewohnheiten der Abonnent*innen anzupassen. Davon kann Hollywoodstar Matt Damon ein Lied singen. Der 55-Jährige ist aktuell neben seinem Buddy Ben Affleck im Actionthriller „The Rip“ zu sehen, der direkt die Netflix-Spitze erklommen hat.

Im Interview mit Joe Rogan ging Damon auf die ganz andere Herangehensweise ein, die sich fundamental von der gängigen Methodik unterscheidet:

Zitat:
„Die Standardmethode, die wir gelernt haben, um einen Actionfilm zu drehen, besteht darin, normalerweise drei große Szenen einzubauen: eine im ersten Akt, eine im zweiten und eine im dritten. Das meiste Geld gibt man für die im dritten Akt aus. Das ist das Finale. Und jetzt sagen sie: ‚Können wir eine große Szene in den ersten fünf Minuten einbauen? Wir wollen, dass die Leute dranbleiben. Und es wäre nicht schlimm, die Handlung drei- oder viermal im Dialog zu wiederholen, weil die Leute während des Films am Handy sind.‘“

Den Trailer zu „The Rip“ könnt ihr euch hier ansehen:

» Video ansehen: The Rip - Trailer Deutsch

Diese Netflix-Methode sieht man in „The Rip“

Wer den Actionthriller „The Rip“ bereits gesehen hat, wird die von Matt Damon beschriebenen Netflix-Vorgaben im Film wiedererkennen: Gleich zu Beginn gibt es eine erste explosive Actionszene. Dazu wird die Handlung des Films nebst der Beweggründe für die einzelnen Charaktere immer und immer wieder während des zweiten Aktes wiedergegeben.

Es hilft, dass der von Regisseur Joe Carnahan („Narc“) inszenierte Film diese ständige Wiederholung der Handlung aufgrund seiner Natur nahtlos ins Geschehen einbindet. So weiß man selbst dann genau über alles Bescheid, wenn man sich alle paar Minuten auf das Smartphone-Display konzentriert. Andererseits könnte man natürlich auch behaupten, dass man ohnehin nichts verpassen würde, wenn man nicht durchgehend konzentriert bei der Sache bleibt.


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