11 Februar 2026, 18:15 
Dieser düstere Western schockierte einst das Publikum, später verschwand er jedoch von der Bildfläche. Heute kennt das Werk fast niemand mehr, doch dank TV-Ausstrahlung ist der Film zurück.
Mit „In einem Sattel mit dem Tod“ entstand 1971 ein britischer Western, der sich deutlich vom klassischen Hollywood-Bild des Genres absetzte. Regie führte Burt Kennedy, produziert wurde der Film von Tigon British Film Productions, die zuvor vor allem mit Horror- und Exploitationfilmen aufgefallen waren. Der Film wurde in Deutschland lange mit FSK 18 geführt und verschwand dadurch fast vollständig aus dem TV, bis vor Kurzem galt eine Ausstrahlung im Jahr 2000 als die letzte im Fernsehprogramm.
Heute ist der Western auf FSK 16 herabgestuft und kehrte vor Kurzem im öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm zurück. Da der brutale Western beim Bayerischen Rundfunk Anfang Februar im TV lief, gibt es „In einem Sattel mit dem Tod“ nun kostenlos in der ARD-Mediathek zu sehen. Dort ist der Film noch bis zum 8. März 2026 im Programm.
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Darum geht es in „In einem Sattel mit dem Tod“
Die Geschichte setzt nach einem brutalen Verbrechen ein, das Hannie Caulders (Raquel Welch) Leben zerstört. Diese hat mit ihrem Ehemann eine Pferdewechselstation betrieben, bis sie von Banditen überfallen wurden. In einer gesetzlosen Umgebung trifft sie auf den abgeklärten Kopfgeldjäger Thomas Luther Price (Robert Culp), später auf den Büchsenmacher Bailey (Christopher Lee). Während Hannie versucht, mit dem Erlebten umzugehen, wächst in ihr der Wunsch nach Selbstermächtigung und Vergeltung.
Der Film begleitet diesen Prozess ohne Beschönigung: Gewalt hat Konsequenzen, Entscheidungen sind irreversibel. Figuren wie die brutalen Clemens-Brüder (gespielt von Ernest Borgnine, Jack Elam und Strother Martin) stehen dabei weniger für klassische Bösewichte als für eine rohe, männlich dominierte Welt, gegen die Hannie ankämpfen muss.
Für wen ist „In einem Sattel mit dem Tod“ geeignet?
Sehenswert ist „In einem Sattel mit dem Tod“ vor allem für Westernfans, die sich für den düsteren, europäischen Blick auf das Genre interessieren. Der Film verbindet Elemente des Italo-Westerns mit einer ungewöhnlich klaren weiblichen Perspektive und stellt Fragen nach Macht und Emanzipation, die Anfang der 1970er kaum im Western vorkamen.
Im Gegensatz dazu steht das damalige Marketing des Westerns, das Raquel Welchs Status als Sexsymbol nutzte – das Filmplakat zeigte sie nur leicht bekleidet im Poncho. Die Nähe zum Exploitation-Film kann „In einem Sattel mit dem Tod“ also nicht ganz von sich weisen.

Gedreht im spanischen Almería, überzeugt der Film durch sehenswerte Schauplätze und harte Schießereien. Dass die Mediathek ihn nun werbefrei zeigt macht diese Ausstrahlung zu einer seltenen Gelegenheit den Film neu zu entdecken.