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Horror mit echtem Hintergrund: Die wahre Geschichte hinter dem Film „Heilstätten“
Photo #12440 23 Februar 2026, 12:15

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Im Februar 2018 startete mit „Heilstätten“ der erste deutsche Social-Media-Horrorfilm in den Kinos. Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe von YouTuber*innen, bestehend aus Timmi Trinks, Sonja Gerhardt, Lisa-Marie Koroll, Emilio Sakraya, Tim Oliver Schultz, Nilam Farooq und Torge Oelrich. Um den Gerüchten über paranormale Aktivitäten in den Heilstätten bei Berlin auf den Grund zu gehen, erkunden sie mit Nachtsichtkameras ausgestattet die verfallenen Gebäude der ehemaligen Lungenheilanstalt und machen eine düstere Entdeckung.

Wir verraten euch, welche wahre Begebenheit hinter dem deutschen Horrorfilm von Michael David Pate steckt und geben Euch alle Hintergrundinfos über die Geschichte des bekannten Krankenhauses.

Ein Ort des „Dark Tourism“

(Bildquelle: IMAGO / Future Image)

Einst galten die Beelitz-Heilstätten als Vorzeigeklinik für Tuberkulose-Kranke. Heute sind die verlassenen Hallen ein Tourismus-Magnet sowie ein beliebter Ort für Fotograf*innen, Erkundungswillige und Künstler*innen. Das ehemalige Krankenhaus befindet sich in der Stadt Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Zwar wurden die Aufnahmen für den deutschen Found-Footage-Schocker in der Heilstätte Grabowsee bei Oranienburg gedreht, allerdings finden sich in dem Horrorfilm zahlreiche Verweise auf Beelitz und die Geschichte der Heilstätten.

Das Klinik-Gelände

(Bildquelle: IMAGO / arkivi)

Die Beelitz-Heilstätten zählen zu den größten und weitläufigsten Krankenhauskomplexen im Berliner Umland. Die rund 60 Gebäude wurden zwischen 1898 und 1930 auf einer Gesamtfläche von ca. 200 Hektar erbaut. Im nördlichen Bereich entstand die Lungenheilstätte, südlich davon erbaute man Sanatorien zur Behandlung nicht ansteckender Krankheiten. Die verschiedenen Bereiche waren streng nach Geschlechtern getrennt. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude außerdem als Lazarett für verwundete Soldaten umfunktioniert. Sogar Hitler ließ sich in den Beelitzer Heilstätten behandeln.

Der Ursprung der Heilstätten

(Bildquelle: IMAGO / Shotshop)

Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Infektionskrankheit Tuberkulose ausbrach, suchte man nach einem geeigneten Ort, um die zahlreichen Kranken behandeln zu können. In Berlin war die Situation besonders dramatisch, fast jeder Dritte verstarb an der tückischen Lungenkrankheit. Heilmittel in Form von Antibiotika gab es damals noch nicht, so kamen Ärzt*innen und Ingenieur*innen auf die Idee, die Betroffenen durch spezielle Behandlungen in einer hygienisch-medizinischen Umgebung zu heilen.

So wurden die Beelitz Heilstätten zu einer vollkommen autarken Krankenhausanlage, die durch unterirdische Tunnelsysteme mit frischer Luft aus dem Wald versorgt wurden und über die Möglichkeiten der eigenen Energieversorgung, Lebensmittelproduktion und Wasserförderung verfügten.

Die Heilstätten als Ort für grausame Menschenversuche

(Bildquelle: IMAGO / fStop Images)

Bis heute ranken sich zahlreiche Gerüchte und Theorien um grausame Menschenversuche, die vor allem in der Zeit zwischen 1945 und 1994 stattgefunden haben sollen, als sowjetische Truppen in den Beelitzer Heilstätten das größte Militärhospital außerhalb des Landes einrichteten. Auch im deutschen Horrorfilm wird auf diese Menschenversuche angespielt. Zudem verweist der Found-Footage-Schocker auf die Verbrechen und Morde, die in dem gruseligen Areal vor allem in den 1990er-Jahren passiert sein sollen.

Der erste Mordfall

(Bildquelle: IMAGO / POP-EYE)

Wenn in dem Film von der „Bestie Beelitz“ die Rede ist, ist damit der Serienmörder Wolfgang Schmidt gemeint, der in den Medien als „Rosa Riese“ bekannt wurde. Ganz in der Nähe der Heilstätten ermordete der damals 25-Jährige eine 34-jährige Frau und ihr drei Monate altes Baby. Insgesamt verübte Schmidt noch vier weitere Morde sowie zwei schwere Überfälle, bei denen die beiden Opfer nur schwer verletzt überlebten.

Mord und Unfälle

(Bildquelle: IMAGO / Future Image)

Ein weiterer Mord ereignete sich im Jahr 2008, als sich ein aus Mainz stammender Wissenschaftler und Hobbyfotograf auf dem Gelände mit einem 20-jährigen Model zu einem erotischen Fotoshooting verabredete. Er soll die junge Frau schließlich betäubt und dann erwürgt haben. Zwei Jahre später stürzte ein junger Mann aus dem vierten Stock eines verfallenen Gebäudes und erlag später seinen Verletzungen.

Der Mythos Heilstätten

(Bildquelle: IMAGO / imagebroker)

Bis heute halten sich die Gerüchte um paranormale Aktivitäten auf dem Heilstätten-Gelände. Die Geister der verstorbenen Patient*innen und Opfer der Menschenversuche sollen auch heute noch auf dem weitläufigen Areal ihr Unwesen treiben. Aufgrund der zahlreichen Verschwörungstheorien gelten die Heilstätten als gern genommene Kulisse für Filmprojekte, Fotoshootings oder sogar Kinofilme. Auch ein Teil des US-amerikanischen Mystery-Thrillers „A Cure for Wellness“ (2017) wurde auf dem Gelände der Krankenhausanlage gedreht.

Die Heilstätten heute

(Bildquelle: IMAGO / agefotostock)

Mittlerweile versucht die kleine Gemeinde Beelitz-Heilstätten das morbide Image, das an der Heilanstalt haftet, wieder loszuwerden. Viele der Gebäudeteile sind mittlerweile saniert, in einem von ihnen befindet sich sogar eine neurologische Rehabilitationsklinik. In den nächsten Jahren sollen auf dem Areal unter anderem Atelierwohnungen für Kreative und Künstler*innen entstehen und Beelitz-Heilstätten zu einem beliebten Stadtteil werden lassen.

Rufschädigung und Partytourismus

(Bildquelle: IMAGO / biky)

Kurz vor dem Kinostart reagierten die Stadt Beelitz und die Eigentümer*innen der Heilstätten auf die Veröffentlichung des Kinofilms mit massiver Kritik. Nicht nur seien heimliche Streifzüge durch die Ruinen gefährlich und strafbar, auch befürchten die Einwohner*innen der Gemeinde eine deutliche Zunahme von Partytourist*innen und Randalierer*innen. Dies ist übrigens auch der Grund, weshalb die Dreharbeiten für „Heilstätten“ nicht auf dem „echten“ Gelände stattfinden durften und die Filmemacher auf die Heilstätte Grabowsee ausweichen mussten.

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