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Diesen Film muss man gesehen haben! So könnt ihr Oscar-Gewinner „One Battle After Another“ im Stream schauen
Photo #14697 17 März 2026, 08:15
(Bildquelle: Warner Bros. Pictures)

Alle sprechen wieder über Paul Thomas Andersons Meisterwerk „One Battle After Another“ mit Leonardo DiCaprio: Der Film verbindet atemlose Action mit politischer Brisanz zu einem explosiven Kino-Blockbuster und wurde jetzt bei den Oscars als „Bester Film des Jahres“ ausgezeichnet.

Seit fast 30 Jahren zählt Paul Thomas Anderson zu den einflussreichsten Regisseuren in Hollywood: Mit „Magnolia“ erschuf er ein vielschichtiges Drama über Schicksal und Zufälle, in „There Will Be Blood“ demontierte er den amerikanischen Kapitalismus, und mit „Punch-Drunk Love“ verwandelte er Adam Sandler überraschend in den Helden einer verletzlichen Liebeskomödie. Andersons Werk ist ebenso vielfältig wie unberechenbar. Auch sein neuester Film „One Battle After Another“ lässt sich in keine Schublade stecken. Hier vereint er Komödie, Drama, Thriller und Actionfilm zu einem außergewöhnlichen Kinoerlebnis, das sämtliche Erwartungen sprengt. Und genau mit diesem Werk konnte der Regisseur nun endlich bei den Oscars triumphieren und gleich sechs Preise abstauben: für den „Besten Film des Jahres“, für Paul Thomas Anderson in der Kategorie „Beste Regie“, für Sean Penn als „Bester Nebendarsteller“, für das „Beste Drehbuch“, für den „Besten Filmschnitt“ sowie in der neu eingeführten Kategorie „Bestes Casting“.

Ein Revolutionär im Ruhestand

Im Zentrum der Geschichte steht der ehemalige Revolutionär Bob Ferguson (Leonardo DiCaprio), der sich längst aus dem politischen Kampf zurückgezogen hat. Gemeinsam mit seiner Tochter Willa (Chase Infiniti) ist er vor Jahren untergetaucht und hat sich inzwischen lieber dem Rausch statt der Revolution verschrieben. Als er jedoch eines Tages in Gestalt von Colonel Lockjaw (Sean Penn) von seiner Vergangenheit eingeholt und seine Tochter entführt wird, bleibt ihm keine Wahl: Bob muss sich wieder mit seiner alten Truppe vernetzen, um seine Tochter zu retten.

Mehr Details sollten an dieser Stelle besser nicht verraten werden, denn bereits vor der eigentlichen Haupthandlung wie auch im weiteren Verlauf entwickeln sich unerwartete Wendungen und Überraschungen, die nicht vorweggenommen werden sollten. Unser Interview mit Leonardo DiCaprio und dem restlichen Cast seht ihr im folgenden Video:

» Video ansehen: One Battle After Another: Leonardo DiCaprio über die politische Brisanz seines neuen Films

Mit „One Battle After Another“ beweist Paul Thomas Anderson erneut, dass er zu den besten Filmemachern unserer Zeit zählt. In seinem neuen Werk entfaltet er eine actionreiche, nervenaufreibende und zugleich politisch aufgeladene Erzählung, die durch ihre visuelle Wucht und seine punktgenaue Inszenierung keine Atempause zulässt. Damit ist es ihm auf positive Weise gelungen, ein ähnliches Stresslevel zu erzeugen, wie es die Safdie-Brüder mit „Uncut Gems“ geschaffen haben.

Auch schauspielerisch kann der Film auf ganzer Linie überzeugen: Leonardo DiCaprio darf als Ex-Revolutionär die ganze Bandbreite seines Könnens zeigen und glänzt besonders in seinen komödiantischen Momenten. Teyana Taylor liefert als seine Partnerin eine leidenschaftliche Darbietung ab, Newcomerin Chase Infiniti ist die Entdeckung des Jahres und Benicio Del Toro begegnet als Sensei dem ganzen Chaos mit trockener Resilienz und natürlich stets mit zwei Dosen Bier griffbereit. Doch Sean Penn stiehlt allen Show: Seine Darstellung des Antagonisten Lockjaw kombiniert auf schwarzhumorige Weise Bedrohlichkeit mit unbeholfener Naivität und zieht so rassistische Ideologien mit bissiger Ironie durch den Kakao. Eine Performance, für die er jetzt nach „Mystic River“ und „Milk“ zum dritten Mal zurecht mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Damit reiht er sich in einen illustren Kreis ein und ist nach Ingrid Bergman, Walter Brennan, Daniel Day-Lewis, Jack Nicholson, Meryl Streep und Frances McDormand erst die siebte Person, die drei Schauspiel-Oscars gewonnen hat. Den alleinigen Rekord hält weiterhin Katharine Hepburn mit vier Auszeichnungen.

Sean Penn in
(Bildquelle: Warner Bros. Pictures)

Politische Konflikte im endlosen Kreislauf

„One Battle After Another“ ist in Teilen von Thomas Pynchons Roman „Vineland“ inspiriert. Während Pynchons Geschichte in der Reagan-Ära spielt, verlegt Anderson die Handlung in die Gegenwart. Inhaltlich kreisen beide Werke jedoch um ähnliche Themen: das Ende von Utopien, den Verlust revolutionärer Energie und die staatliche Unterdrückung alternativer Gesellschaftsentwürfe. Zugleich richtet Anderson den Blick hier aber auch auf die nachfolgenden Generationen, die mit den Trümmern dieser gescheiterten Ideale weiterleben müssen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage in den USA wirkt der Film besonders relevant. Unter anderem rücken hier Themen wie Rassismus und Einwanderung in den Fokus, während Anderson aufzeigt, wie sich gesellschaftliche Konflikte in einem endlosen Kreislauf wiederholen und jede Generation aufs Neue mit denselben Träumen und Niederlagen zu kämpfen hat. Am Ende bleibt die Frage, wie viel gesellschaftlicher Fortschritt unter solchen Umständen überhaupt noch möglich ist.

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Gleichzeitig begegnet Anderson diesem düsteren Weltbild aber auch mit feinem und wohl platziertem Humor und unterstreicht so ganz deutlich, wie absurd und grotesk diese Konflikte tatsächlich sind. Diese Komik wirkt allerdings nie zynisch, sondern lässt vielmehr das Bedürfnis nach Hoffnung erkennen: Indem er die Vater-Tochter-Beziehung zum Herzstück der Geschichte macht, betont er auf berührende Weise, dass Menschlichkeit selbst im größten Wahnsinn bestehen kann und dass Annäherung und Versöhnung zwischen den Generationen wie auch innerhalb einer Gesellschaft möglich sind.

„One Battle After Another“ jetzt auf HBO Max streamen

Paul Thomas Anderson hat mit „One Battle After Another“ ein weiteres Meisterwerk geschaffen, das nicht nur zu seinen stärksten Arbeiten zählt, sondern auch zurecht bei den Oscars als „Bester Film des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Auf kluge und beeindruckende Weise verbindet er tiefe Gesellschaftskritik mit packendem Actionkino und beschert uns nebenbei noch eine der spektakulärsten Verfolgungsjagden der Kinogeschichte. Ein Erlebnis, das sowohl Arthouse-Fans als auch das breite Mainstream-Publikum begeistern dürfte. Ein Spagat, der nur wenigen Regisseuren gelingt.

„One Battle After Another“ ist mit 13 Oscar-Nominierungen ins Rennen gegangen und konnte sich am Ende in den wichtigsten Kategorien gegen den Mitfavoriten „Blood & Sinners“ durchsetzen, der mit insgesamt 16 Nominierungen sogar einen neuen Rekord aufstellte. Falls ihr dieses cineastische Meisterwerk im Kino verpasst haben solltet, dann könnt ihr das jetzt im Stream nachholen: „One Battle After Another“ ist inzwischen auf HBO Max verfügabr.


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