23 März 2026, 12:15 
Wer „The Immortal Man“ bereits gesehen hat, fragt sich womöglich, was es mit dem Falschgeldgeschäft auf sich hat. Tatsächlich verbirgt sich hier eine wahre Geschichte.
– Achtung, es folgen Spoiler zu „The Immortal Man“! –
Nicht nur die Peaky Blinders selbst, sondern auch ein wichtiger Handlungsstrang im Abschlussfilm „The Immortal Man“ hat ein reales Vorbild. Antrieb des finalen Films ist nämlich eine Falschgeldaktion des NS-Regimes, mit der die britische Wirtschaft massiv destabilisiert werden und den Nazis ein entscheidender Vorteil im Zweiten Weltkrieg entstehen sollte.
Um Duke Shelby (Barry Keoghan) und „seine“ Peaky Blinders in die Verbreitung der falschen Blüten zu involvieren, hat man sich zwar ein paar kreative Freiheiten genommen, doch im Kern hat dieses Falschgeldvorhaben ein reales Vorbild, und zwar in der „Aktion Bernhard“.
Auch wenn „The Immortal Man“ hier und da von der Realität abweicht, kann sich der Film durchaus sehen lassen. Im Video gibt euch unser Redakteur Olli eine Einschätzung:
» Video ansehen: „Peaky Blinders - The Immortal Man" - Hält der Netflix-Film mit der Serie mit?
Mit Falschgeld zum Sieg: Das steckt hinter „Aktion Bernhard“
Auch wenn die historische Einordnung in „The Immortal Man“ nicht ganz akkurat ist, hat es die groß angelegte Geldfälscheraktion, die wir vor allem zu Beginn des Films zu sehen bekommen, tatsächlich gegeben. Eine Vorläufer-Operation unter dem Decknamen „Andreas“ (benannt nach dem Andreaskreuz im Union Jack) wurde bereits ab 1939 realisiert, allerdings war dieses Unterfangen noch nicht tauglich genug für die Massenproduktion.
Ab Sommer 1942 übernahm Sturmbannführer Bernhard Krüger die Führung und benannte die Operation kurzerhand nach sich selbst um. Im KZ Sachsenhausen nördlich von Berlin (an dieser Stelle ist der Film korrekt) wurden im Anschluss etwa 130 Millionen Pfund von Häftlingen produziert.
Mögen die Banknoten im Film aus heutiger Sicht nicht ganz überzeugend wirken, wurden die realen Blüten mit höchster Sorgfalt gefälscht und Details wie Papierzusammensetzung, Algorithmus der Seriennummern sowie Ausgabedaten berücksichtigt. Zudem wurden die Häftlinge ganz gezielt ausgewählt oder aus anderen Lagern für die Operation Bernhard überführt.
Um die gefälschten Banknoten möglichst schnell unter das britische Volk zu bringen, war ein Abwurf via Flugzeug geplant – anstatt wie im Film gezielt britische Vermittler zu suchen, die sich um die Verbreitung des Falschgeldes kümmern sollten. Der Plan scheiterte jedoch am guten Flugabwehrsystem der Alliierten. Außerdem befürchtete man, die Aktion hätte doch zu schnell auffliegen können. Letztendlich benutzte man sie für Devisen und bezahlte damit Spione und andere militärische Vorhaben.
Wer mehr über die „Aktion Bernhard“ erfahren möchte, kann sich auch „Die Fälscher“ zu Gemüte führen. Der oscarprämierte Spielfilm aus dem Jahr 2007 verfilmte das Buch „Des Teufels Werkstatt“ von Adolf Burger, der selbst im KZ Sachsenhausen zum Geldfälschen gezwungen wurde.