25 Januar 2026, 18:15 
Clint Eastwood hat sich in seiner rund 70 Jahre umfassenden Karriere größtenteils vom Horror-Genre ferngehalten. In den 1990er-Jahren wäre es jedoch fast zu einem Gothic-Horror-Western gekommen.
Zu Beginn der 1990er-Jahre befand sich Tim Burton auf einem kreativen Höhepunkt: „Edward mit den Scherenhänden“, „Ed Wood“ und „Batmans Rückkehr“ waren nicht alle drei ausnahmslose Kassenschlager, doch wurden sie von der Fachpresse sowie Preisverleihungen als mehr als sehenswerte Werke geehrt.
In dieser Phase stieß Burton auf ein ungewöhnliches Projekt: eine düstere Western-Geschichte mit Horrorelementen, die laut SlashFilm fast zu einer Zusammenarbeit mit Clint Eastwood geführt hätte.
Die Vorlage war der Roman „The Hawkline Monster: A Gothic Western“ von Richard Brautigan aus dem Jahr 1974. Darin heuert eine junge indigene Frau zwei Revolverhelden an, um ein Monster zu töten, das in Eishöhlen unter ihrem Haus lebt. Die Geschichte verbindet Western mit Gothic Horror – für Burton eine Mischung aus vertrautem Stil und stilistischer Herausforderung.
Clint Eastwood, der normalerweise nur unter Regie enger Vertrauter arbeitete, willigte nach dem Erfolg von „In the Line of Fire“ und dem Oscar-Gewinn für „Erbarmungslos“ ein, das Risiko einzugehen. Clint Eastwood hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche Western gedreht und einige davon hatten auch einen psychologisch düsteren Ton, doch das Projekt mit Burton wäre wohl deutlich schauriger und auch fantastischer ausgefallen als seine bisherigen Filme.
Warum sehen wir heutzutage immer weniger Western auf der großen Leinwand? Die Antwort liefern wir euch in folgendem Video:
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Darum wurde nichts aus dem Projekt
Neben Eastwood war auch Jack Nicholson für eine Hauptrolle im Gespräch – eine hochkarätige Wiedervereinigung mit Burton, mit dem er bereits an „Batman“ gearbeitet hatte. Tatsächlich hatte sich schon zwanzig Jahre zuvor Hal Ashby, Regisseur von „Harold and Maude“, mit dem Stoff beschäftigt und verschiedene Schauspieler wie Jeff und Beau Bridges sowie später Jack Nicholson und Harry Dean Stanton in Betracht gezogen. Damals scheiterte das Vorhaben an kreativen Differenzen zwischen Ashby und Brautigan.
Auch Burtons Version kam letztlich nicht zustande. Das Projekt scheiterte daran, dass Drehbuchautor Jonathan Gems die seltsame und schwer fassbare Romanvorlage nicht überzeugend adaptieren konnte. Burton drehte daraufhin mit Nicholson „Mars Attacks!“ (ebenfalls von Gems geschrieben), während Eastwood sich dem Drama „Die Brücken am Fluss“ widmete.
2019 kam es zu einem weiteren Versuch, als „Poor Things“-Regisseur Yorgos Lanthimos Interesse an einer Verfilmung zeigte, doch auch dieser Anlauf verlief im Sande. Der Roman gilt mittlerweile als kaum verfilmbar. Ob sich eines Tages jemand an den Stoff wagen wird und dabei tatsächlich auch ein Film oder eine Serie zustande kommt, bleibt abzuwarten.