02 März 2026, 08:15 
Das größte Kinoduell 2026 könnte nun doch nicht zustande kommen. Denn das Marvel-Event des Jahres musste jetzt einen herben Rückschlag hinnehmen.
Das Marvel Cinematic Universe (MCU) hat zwar nicht mehr ganz den kulturellen Stellenwert früherer Jahre, bleibt aber weiterhin eine gewaltige Kraft im Blockbuster-Kino. Die Vorfreude auf „Spider-Man: Brand New Day“ und „Avengers: Doomsday“ ist groß, beide Filme gelten als heiße Kandidaten für die umsatzstärksten Kinostarts des Jahres 2026. Doch ausgerechnet der erste „Avengers“-Film seit sieben Jahren muss sich vielleicht einen neuen Release-Termin suchen.
Wie aus einer aktuellen Investor*innenpräsentation von IMAX hervorgeht, sind sowohl „Brand New Day“, der im Juli starten soll, als auch „Doomsday“ mit Kinostart im Dezember im kommenden Programm gelistet – allerdings mit einer entscheidenden Einschränkung. Beide Titel seien „derzeit nur in ausgewählten internationalen Märkten verfügbar“ (via Slashfilm).
Angesichts der wachsenden Bedeutung von IMAX für das Einspielergebnis wirkt das überraschend. IMAX erzielte im vergangenen Jahr weltweit einen Rekordumsatz von 1,28 Milliarden US-Dollar und war für fünf Prozent der gesamten US-Kinoeinnahmen verantwortlich, obwohl nur etwa ein Prozent aller Leinwände zum IMAX-Netzwerk gehören. Das Premiumformat mit besonders großer Leinwand und spezieller Projektionstechnik erlaubt höhere Ticketpreise und sorgt gerade bei großen Eventfilmen für zusätzliche Einnahmen.
Im Juli werden die meisten IMAX-Leinwände von Christopher Nolans „Die Odyssee“ belegt sein, im Dezember sichert sich „Dune 3“ die entsprechenden Kapazitäten. Da es nur eine begrenzte Anzahl solcher Premiumsäle gibt, bleibt für Marvel in diesen Zeiträumen offenbar in den USA kaum Platz.
Welche Filme ihr dieses Jahr im Kino im Blick behalten solltet, verrät euch unser Video:
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Muss „Avengers: Doomsday“ jetzt vor „Dune 3“ fliehen?
Besonders ärgerlich dürfte das für Sony sein, das mit „Spider-Man: Brand New Day“ antritt. Universal hatte sich die IMAX-Kapazitäten für „Die Odyssee“ frühzeitig gesichert. Der Vorverkauf für IMAX-Vorstellungen startete bereits ein Jahr im Voraus und war schnell ausverkauft – ein deutliches Zeichen enormer Nachfrage. Weder IMAX noch Universal dürften bereit sein, auf diese sicheren Zusatzeinnahmen zu verzichten.
Ähnlich verhält es sich im Dezember: Warner Bros. hat sich die IMAX-Leinwände früh für „Dune 3“ gesichert. Damit entgeht Disney der mögliche IMAX-Schub für „Avengers: Doomsday“, der Stand jetzt am selben Tag wie Denis Villeneuves Sci-Fi-Epos erscheinen soll.
Die einzige realistische Möglichkeit für Disney und Sony bestünde darin, die Starttermine zu verschieben, um Zugang zu mehr IMAX-Leinwänden zu erhalten. Allerdings werden diese Kapazitäten in der Regel lange im Voraus vergeben. Während eine Terminänderung für „Brand New Day“ aufgrund des nahen Starts schwierig sein dürfte, könnte Disney bei „Doomsday“ theoretisch noch reagieren. Somit würde man auch der prominenten Konkurrenz durch „Dune 3“ aus dem Weg gehen.
Dazu könnten die Verantwortlichen aus finanziellen Gründen fast schon gezwungen sein, wenn man das enttäuschende Marvel-Jahr 2025 betrachtet. Weder „Captain America: Brave New World“ noch „Thunderbolts“ oder „Fantastic Four: First Steps“ konnten an frühere Erfolge anknüpfen. Umso wichtiger wäre es für Marvel Studios, 2026 sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Erfolgschancen der neuen Filme zu maximieren – und IMAX spielt dabei eine zentrale Rolle. „Spider-Man: Brand New Day“ soll am 30. Juli 2026 in die deutschen Kinos kommen, „Avengers: Doomsday“ ist für den 16. Dezember 2026 angekündigt.