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Dieser Stephen-King-Film ist auch ohne Horror ein Meisterwerk und hätte eine Oscar-Nominierung verdient
Photo #11840 17 Februar 2026, 12:15
(Bildquelle: Tobis)

Jetzt endlich auch bei Amazon: Die ungewöhnlichste und vielleicht beste Stephen-King-Verfilmung ist auch ohne Horror ganz großes Kino.

Die außergewöhnliche und vielschichtige Adaption der Novelle „Chucks Leben“ aus der Kurzgeschichtensammlung „Blutige Nachrichten“ ist vermutlich eine der ungewöhnlichsten und vielleicht deshalb auch besten Stephen-King-Verfilmungen.

„The Life of Chuck“ war ab Juli 2025 in den deutschen Kinos zu sehen, startete jedoch bereits im Juni in den USA und feierte seine Weltpremiere auf dem Toronto International Film Festival 2024, wo der Film den Publikumspreis gewann.

Der Film war für mich nicht nur ein absolutes Kinohighlight 2025, sondern gleichzeitig große Oscar-Hoffnung für 2026. Leider hatte dieses Meisterwerk keine Chance auf eine Nominierung, das tut seiner Qualität jedoch keinen Abbruch.

Mit einer lebensbejahenden und tief bewegenden Geschichte wagt sich Regisseur Mike Flanagan nach „Doctor Sleeps Erwachen“ und „Das Spiel“ an die dritte Stephen-King-Verfilmung. Sein Können beweist der Mystery-Regisseur in diesem Drama ohne Horror, dafür mit Sci-Fi-Einschlag und einem übernatürlichen Twist, der in typischer Stephen-King-Manier nie näher erklärt wird.

„The Life of Chuck“ ist vielmehr ein Ereignis als nur ein Film und im Kino ähnlich beeindruckend wie der Weltuntergang, der eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt – obwohl es eigentlich gar nicht darum geht und das Ende der Welt erst der Anfang ist.

Der Weltuntergang ist der Anfang vom Ende

„The Life of Chuck“ erzählt in drei Akten vom Ende der Welt und gleichzeitig die Lebensgeschichte von Charles Krantz (Tom Hiddleston). Die Welt geht unter, Kalifornien versinkt im Meer, das Internet bricht zusammen – doch in einer amerikanischen Kleinstadt herrscht vor allem Dankbarkeit gegenüber Charles „Chuck“ Krantz, einem gewöhnlichen Buchhalter, dessen Gesicht allen freundlich von Plakatwänden und aus dem Fernsehen zulächelt. Wer ist dieser Mann, den niemand wirklich zu kennen scheint? Und was hat er mit dem Ende der Welt zu tun?

Wer Charles wirklich ist und wie all das zusammenhängt, fragen sich nicht nur die Protagonisten, sondern wohl auch das Publikum bis zum Schluss des Films. Die ungewöhnliche Erzählweise ist dabei ein Kunstgriff, der an dieser Stelle nicht näher erläutert werden soll, um euch das Erlebnis im Kino nicht vorwegzunehmen. Denn die eigentliche Erkenntnis hinter „The Life of Chuck“ lässt den Film erst seine volle Wirkung entfalten.

Einen ersten Eindruck von diesem vielfältigen Film verschafft euch der Trailer:

» Video ansehen: The Life of Chuck - Trailer Deutsch

Das Leben ist ein ganzes Universum

„Loki“-Star Tom Hiddleston spielt in einer Sci-Fi-Verfilmung von Horrormeister Stephen King über das Ende der Welt einen tanzenden Buchhalter. Das ist genauso verrückt, wie es klingt und dennoch ist diese Geschichte so unheimlich mitreißend und rührend, wie ich es nie gedacht hätte.

Der Trailer zu „The Life of Chuck“ nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King machte allein schon durch besagte Tanzeinlage von Tom Hiddleston Lust auf mehr, doch vor dem Kinobesuch wusste ich nicht, was mich in diesem Film wirklich erwartet.

Durch die zunächst verwirrende, aber clevere Erzählweise lässt uns der Film bis zum Schluss im Dunkeln darüber, was auf der Leinwand eigentlich vor sich geht und wie alles zusammenhängt, sorgt dabei jedoch gleichzeitig für fast schon philosophische Erleuchtung über den Sinn des Lebens. Das klingt komisch, doch der Film ist eine ganz einzigartige Mischung, die „The Life of Chuck“ zu ganz großem Kino und einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Gemäß dem berühmten Zitat von Walt Whitman aus seinem berühmten Gedicht „Gesang von mir selbst“, das für die Botschaft eine wichtige Rolle spielt, enthält „The Life of Chuck“ Vielheiten: Die Aussage „Das Leben ist ein ganzes Universum“, die wir bereits im Trailer zu hören bekommen, deutet bereits an, in welche philosophische Richtung sich der Film bewegt. Nichtsdestotrotz nimmt euch „The Life of Chuck“ auf eine überraschend abenteuerliche Reise mit, deren Rätsel sich jedoch erst ganz zum Schluss löst.

„The Life of Chuck“ enthält Vielheiten

„The Life of Chuck“ glänzt nicht nur durch seine innovative Erzählweise, sondern auch durch seine tiefe emotionale Resonanz rund um Themen wie Verlust, Schmerz, Freude und das Streben nach Bedeutung. Diese eigentlich traurige Geschichte zeigt uns mit ihrem fast schon poetischen Einschlag die Schönheit des Lebens im Angesicht seiner Vergänglichkeit auf.

Durch vielschichtige Charaktere und eine hochkarätige Besetzung mit Chiwetel Ejiofor („12 Years a Slave“), Karen Gillan („Guardians of the Galaxy“), Mark Hamill („Star Wars“) und Mia Sara („Ferris macht blau“) in tragenden Rollen erzählt „The Life of Chuck“ eine herzzerreißend schöne und ebenso einzigartige wie eigenartige, jedoch im Kern tief berührende und menschliche Geschichte.

Das Ausmaß dieses lebensbejahenden und weltbewegenden Films mag im Hinblick auf die Handlung am Ende doch „kleiner“ ausfallen als zunächst erwartet, das mindert seine große Wirkung aber nicht. Unerwartet wundervoll lud mich die unkonventionelle Stephen-King-Verfilmung zum Staunen und Stutzen ein. „The Life of Chuck“ erinnert mich an Meisterwerke wie „Cloud Atlas“ oder „Everything Everywhere All at Once“ und bescherte mir den überraschendsten und verrücktesten Kinobesuch seit Langem.

Letztendlich ist „The Life of Chuck“ die Art von Film, die lange nach dem Abspann nachwirkt. Während ich diese Worte schreibe, möchte ich ihn direkt noch ein zweites Mal sehen, um ihn im Nachhinein nochmal mit völlig anderen Augen zu sehen.

Diesen Film müsst ihr selbst erleben, wenn euch Stephen King, der Trailer, der starbesetzte Cast oder meine Ausführungen auch nur im Ansatz neugierig gemacht haben! Inzwischen könnt ihr „The Life of Chuck“ auch bei Prime Video streamen.


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