21 Februar 2026, 08:15 
Es hätte eines der spannendsten „Star Wars“-Projekte überhaupt werden können. Stattdessen zog Disney einfach den Stecker.
Die Hintergründe zum eingestellten „Star Wars“-Film „The Hunt for Ben Solo“ sorgen weiterhin für Diskussionen. Regisseur Steven Soderbergh und Hauptdarsteller Adam Driver haben in mehreren Interviews ausführlich geschildert, wie das Projekt nach jahrelanger Entwicklung von Disney gestoppt wurde.
In einem Interview mit BK Mag (via Variety) erklärte Soderbergh jetzt, es habe ihn nicht überrascht, in einem Abschiedsinterview von Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy von deren Frustration über die Entscheidung Disneys zu lesen. Geplant war ein Nachfolgefilm zu „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“, der Adam Driver als Kylo Ren beziehungsweise Ben Solo zurückgebracht hätte. Soderbergh sagte:
Zitat:
„Wir waren alle frustriert. Wisst ihr, das waren zweieinhalb Jahre unbezahlte Arbeit für mich und Adam und [Autorin] Rebecca Blunt. Als Adam und ich darüber gesprochen haben, dass er öffentlich darüber redet, habe ich gesagt: ‚Hör zu, kommentiere oder spekuliere nicht über das Warum. Sag einfach, was passiert ist, denn alles, was wir wissen, ist das, was passiert ist.‘ Der genannte Grund war: ‚Wir glauben nicht, dass Ben Solo am Leben sein könnte.‘ Und das war alles, was man uns gesagt hat. Und deshalb gibt es nichts, was man tun kann, wisst ihr, außer weiterzuziehen.“
Weiter führte der Regisseur aus:
Zitat:
„Ich hatte den Film gewissermaßen schon in meinem Kopf gemacht und fand es einfach schade, dass ihn sonst niemand zu sehen bekommen würde. Ich dachte, das Gespräch würde rein praktischer Natur sein – dass sie fragen würden: Was wird das kosten? Und darauf hatte ich eine wirklich gute Antwort. Aber es kam nicht einmal so weit. Das ist verrückt. Wir sind alle sehr enttäuscht.“
Wusstet ihr, dass „Fluch der Karibik“-Star Keira Knightley in „Star Wars“ mitgespielt hat? Wo sie in der weit, weit entfernten Galaxis zu sehen war, verrät euch unser Video:
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„The Hunt for Ben Solo“: „Star Wars“-Fans haben letzte Hoffnung
Adam Driver hatte die Existenz von „The Hunt for Ben Solo“ bereits im Oktober 2025 im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Associated Press öffentlich gemacht. Damals sagte er:
Zitat:
„Ich war immer daran interessiert, noch einen weiteren ‚Star Wars‘-Film zu machen. Seit 2021 hatte ich darüber gesprochen, noch einen zu machen. Kathleen [Kennedy] hatte sich gemeldet. Ich habe immer gesagt: ‚Mit einem großartigen Regisseur und einer großartigen Geschichte wäre ich sofort dabei.‘ Ich habe diese Figur geliebt und es geliebt, sie zu spielen.“
Über das Drehbuch sagte Driver, es habe für ihn den Maßstab dessen dargestellt, was ein „Star Wars“-Film „sein sollte“, und verglich es mit dem „handgemachten und figurengetriebenen“ Gefühl von „Das Imperium schlägt zurück“. Mit figurengetrieben ist gemeint, dass die Handlung stark von den inneren Konflikten und Entwicklungen der Figuren getragen wird.
Laut Driver unterstützten Kathleen Kennedy, Dave Filoni und Cary Beck von Lucasfilm das Projekt, bis Disney eingriff. Er erinnerte sich:
Zitat:
„Wir haben das Drehbuch Lucasfilm vorgestellt. Sie liebten die Idee. Sie verstanden völlig unseren Ansatz und warum wir das machen wollten. Wir sind damit zu Bob Iger (Disney-CEO, Anm. d. Red.) und Alan Bergman (Vorsitzender der Disney-Studios, Anm. d. Red.) gegangen und sie sagten nein. Sie sahen nicht, wie Ben Solo am Leben sein konnte. Und das war’s.“
In den Reaktionen auf Soderberghs neue Aussagen wird vielerorts erneut der Unglaube der „Star Wars“-Fans deutlich. So finden sich auf Reddit Äußerungen wie diese:
Zitat:
„Allein die Tatsache, dass Steven Soderbergh IRGENDEINEN ‚Star Wars‘-Film machen wollte, hätte zu einer Genehmigung führen müssen. Ich bin mir nicht sicher, was Disney gedacht hat oder denkt.“
– inkyblinkypinkysue
Zitat:
„‚Der Aufstieg Skywalkers‘ wurde derart monumental verhunzt, dass ich es verblüffend finde, dass Disney nicht die Gelegenheit ergriffen hat, diese Figuren (Ben, Rey, Finn, Poe) zu retten und mit ihnen weiteres Geld zu verdienen.“
– CarthVonMonk
Die Frage steht im Raum, ob diese Reaktionen zu einem Umdenken bei Disney führen könnten. Zumal Bob Iger als CEO von Disney am 18. März 2026 zurücktritt. Eventuell könnte man ja dem neuen CEO, Josh D'Amaro, die Idee einfach noch einmal vorschlagen. Wahrscheinlich ist es zwar nicht, dass das Projekt damit umgesetzt wird, aber schaden kann ein Versuch kaum.