22 März 2026, 18:15 
Manchmal liefern Hollywood-Stars Geständnisse ab, in denen sie zugeben, welche ihrer Filme auch für sie Schund darstellen. So auch im Fall von Billy Bob Thornton und einem Actionfilm der 1990er.
Der Katastrophenfilm „Armageddon“ gilt bis heute als eines der lautesten und zugleich umstrittensten Blockbuster-Erlebnisse der 1990er-Jahre. 1998 war der Film ein gigantischer Kinoerfolg und machte Bruce Willis zum Retter der Welt im Hollywood-Stil. Unter der Regie von Michael Bay schickte er eine Truppe kerniger Ölbohrer ins All, um einen todbringenden Asteroiden zu sprengen.
Rückblickend steht „Armageddon“ jedoch weniger für erzählerische Raffinesse als für Explosionen, Pathos und maximalen Bombast – ein typischer Michael-Bay-Streifen eben. Genau das sorgte nicht nur bei Kritiker*innen, sondern auch bei Beteiligten für nachhaltigen Unmut.
Besonders deutlich äußerte sich „Landman“-Star Billy Bob Thornton, der im Film den NASA-Direktor Dan Truman spielte. Jahre nach dem Kinostart distanzierte er sich scharf von dem Projekt und bezeichnete „Armageddon“ in einem Interview von 2012 als „ein zweistündiges Stück Müll, das ich lieber nicht gemacht hätte“.
Thornton erklärte damals, er wolle eigentlich nur noch Filme drehen, die für ihn eine gewisse künstlerische Integrität besitzen. Die Welt sei seiner Ansicht nach ohnehin schon voll genug von kommerziellem Schrott und er sehe keinen Grund, diesen weiter zu vermehren. Er betonte außerdem, dass er bewusst zahlreiche Rollenangebote ausgeschlagen habe, um genau das zu vermeiden. Seine finanzielle Situation beschrieb er dabei überraschend nüchtern und stellte klar, dass er trotz seines Bekanntheitsgrades kein typischer Multimillionär sei.
Billy Bob Thornton ist nicht der einzige Hollywood-Star, der in einem miserablen Film mitgespielt hat. In unserem Video stellen wir euch die schlechtesten Werke der großen Stars vor:
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Kritik aus allen Ecken
Thornton war mit seiner Kritik nicht allein. Filmkritiker Roger Ebert zerriss „Armageddon“ regelrecht und nannte den Film „einen Angriff auf Augen, Ohren, Gehirn, den gesunden Menschenverstand und das menschliche Bedürfnis, unterhalten zu werden“. Selbst Hauptdarsteller Bruce Willis äußerte sich später kritisch, insbesondere über den Schnitt und darüber, dass viele Szenen zur Figurenentwicklung aus der finalen Fassung entfernt worden seien.
Ironischerweise soll der Film ursprünglich mehr Charaktertiefe gehabt haben, bevor er im Schneideraum auf Hochglanz-Action getrimmt wurde. Willis merkte zudem an, dass Thorntons Rolle deutlich mehr Potenzial gehabt hätte.
Eine aktualisierte Sicht
Mit zeitlichem Abstand scheint Thornton seine harte Haltung jedoch etwas relativiert zu haben. In einem Interview mit dem Rolling Stone aus dem Jahr 2025 räumte er ein, dass „Armageddon“ erstaunlich gut gealtert sei und immer noch regelmäßig im Fernsehen laufe. Wörtlich sagte er:
Zitat:
„Ich muss sagen, der Film hat den Test der Zeit bestanden und sie zeigen ihn immer noch ständig.“
Dennoch blieb er bei seiner Einschätzung, dass er selbst wohl nicht die richtige Besetzung für ein solches Projekt gewesen sei. Rückblickend schilderte er eine Szene aus der ersten Drehbuchlesung, bei der Steve Buscemi ihn fragte: „Was zur Hölle machen wir eigentlich hier?“ – eine Frage, der Thornton eigenen Angaben zufolge nur zustimmen konnte.
Als „Armageddon“ entstand, hatte Thornton gerade erst mit dem Oscar-prämierten Drama „Sling Blade“ seinen Durchbruch erlebt. Der Sprung von einem kleinen, persönlichen Film zu einem gigantischen Effekt-Spektakel dürfte für ihn ähnlich fremd gewesen sein wie der Weltraum für die Ölbohrer im Film.
Trotz aller Kritik hat sich „Armageddon“ inzwischen einen festen Platz als überdrehter, bewusst unrealistischer Popcorn-Blockbuster gesichert. Ernsthaft sein wollte er nie – und vielleicht liegt genau darin der Grund, warum er bis heute polarisiert und gleichzeitig in Erinnerung geblieben ist.